Geschichtliches

Altdorf

Bis 1865 wurde der Name Weingarten nur für das Kloster Weingarten verwendet, die umgebende Ortschaft hieß Altdorf. Der Name wird vom altgermanischen Kultwort alach für „Heiligtum, Tempel“ hergeleitet, es handelte sich also um einen Ort mit/bei einem Heiligtum.

Altdorf war (vermutlich unter dem Namen Alachdorf) schon im frühen 5. Jahrhundert von Alamannen besiedelt. Aus der Merowingerzeit stammt das Gräberfeld von Weingarten, das annähernd vollständig untersucht werden konnte. Der Kern des Gräberfelds und der Martinsberg bilden eine West-Ost-Achse, weshalb zu vermuten ist, dass das alamannische Heiligtum sich auf dem Martinsberg befand. Die Funde lassen durch ihren Reichtum auf einen alamannischen Herrensitz schließen. Spätestens im 8. Jahrhundert wurde Altdorf wie das ganze alamannische Gebiet Teil des Fränkischen Reichs. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts kam das mittlere Schussental als Grafschaft Schussengau in Besitz des schwäbischen Zweiges der Welfen (ursprünglich Franken aus dem Maas-Mosel-Raum), die in Altdorf gegenüber dem Martinsberg eine Pfalz errichteten, ihre neue Stammburg.

Im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts wurde auf dem heutigen Gebiet des Kreuzbergfriedhofes eine romanische Kirche erbaut, die später im romanisch-gotischen Stil umgebaut wurde.

Um 935 gründeten die Welfen in Altdorf ein Frauenkloster, das als Grablege (Familiengrab) ihres Geschlechts bestimmt war, aber bereits 1053 durch einen Brand zerstört wurde. Die Nonnen wurden zunächst auf den Martinsberg umgesiedelt.

1056 gründete Welf IV. nach der Verlegung der Burg ins benachbarte Ravensburg auf dem Martinsberg ein neues Benediktinerkloster, das mit Mönchen aus Altomünster besiedelt wurde; die Altdorfer Nonnen besiedelten im Gegenzug das Kloster Altomünster.

Im Jahre 1094 schenkte Judith, die Gattin Welfs IV., dem Kloster die Heilig-Blut-Reliquie. Neben den vielen anderen Schenkungen fand die Reliquie wenig Beachtung. Erst 1182, zur Weihe der romanischen Basilika, wird sie besonders erwähnt.

Um 1122 wurde vermutlich Friedrich I. Barbarossa auf der Haslachburg im Lauratal geboren. Der Name Kloster Weingarten ist um 1123 belegt. Die Mönche beschäftigten sich u. a. mit der Buchmalerei, ihr berühmtestes Werk ist das Berthold-Sakramentar (1217, heute in der Pierpont Morgan Library in New York). In der Ortschaft Altdorf entwickelte sich ab dem 13. Jahrhundert ein Markt. Unter König Rudolf von Habsburg wurde die Entwicklung zu einer Stadt aber durch Errichtung der Landvogtei Oberschwaben (später Landvogtei Schwaben) gehemmt, deren Sitz zunächst im benachbarten Ravensburg war, nach Zerstörung der dortigen „Veitsburg“ im Dreißigjährigen Krieg 1647 aber nach Altdorf verlegt wurde. Die Landvogtei wurde zumeist an Fürsten oder Adlige verpfändet, darunter die Reichstruchsessen von Waldburg. In einer kaiserlichen Urkunde von 1377 wurde Altdorf zwar das Recht auf einen regelmäßigen Wochenmarkt gewährt, der allerdings bestehende Märkte innerhalb einer Meile (7,4 km) – und damit den Ravensburger Markt – nicht gefährden durfte. Auch eine Stadtbefestigung wurde untersagt. Die Nachbarstadt Ravensburg zog in dieser Zeit als Freie Reichsstadt zahlreiche Einwohner aus Altdorf an, darunter die späteren Ravensburger Handelsfamilien und Patriziergeschlechter Holbein und Humpis.

(Quelle: Wikipedia)

Landvogtei Schwaben

Die Landvogtei Schwaben, ab 1750 Oberamt Altdorf, gehörte zu Vorderösterreich und war somit ein Teil des Habsburgerreiches. Sie kam nach Ende des Herzogtums Schwaben als Reichslandvogtei in Ober- und Niederschwaben 1541 an Österreich und verblieb dort bis 1805.

Die Landvogtei umfasste Gebiete vom östlichen Nordufer des Bodensees über das Schussental (Waldsee) bis zur Ostalb (Schelklingen, die Stadt Riedlingen), außerdem im Westallgäu das Umland der Reichsstadt Leutkirch im Allgäu (Gebrazhofen). Die Landvogtei war in eine Obere Landvogtei und eine Untere Landvogtei geteilt. Sitz der Oberen Landvogtei war Altdorf (heute Weingarten).

Nach dem Pressburger Frieden vom 26. Dezember 1805, fiel das Oberamt Altdorf an das Königreich Württemberg. Das Amt Gebrazhofen zunächst an das Königreich Bayern, 1810 dann aber ebenfalls an Württemberg. Aufgrund des Pariser Grenzvertrags zwischen Bayern und Württemberg von 1810 kam auch die Stadt Ravensburg an Württemberg, und aus dem Oberamt Altdorf entstand das Oberamt Ravensburg.
(Quelle: Wikipedia)

Vorderösterreich mit Oberamt Altdorf um 1780

Quelle: Wikipedia

Abtei Weingarten

Das Kloster Weingarten ist eine ehemalige Abtei der Benediktiner auf dem Martinsberg in der bis 1865 „Altdorf“ heißenden, heute nach dem Kloster benannten Stadt Weingarten im Südosten Baden-Württembergs. Das ehemalige Hauskloster der Welfen bestand von 1056 bis zur Aufhebung durch die Säkularisation im Jahr 1803. Im Jahr 1922 wurde die Abtei wiederbesiedelt und gehörte der Beuroner Kongregation. Im Herbst 2010 wurde die Abtei aufgehoben und die letzten Mönche verließen das Kloster.